Ein musikalisch-antiphonales Beben in unserer Kirche

Gemeinsam für eine gute Sache - ist das nicht eigentlich der Grundgedanke allen Musizierens? Ja, möchte man meinen und bekam den Beweis dafür gleich vor Augen geführt oder besser: zu Gehör gebracht!

Eingeladen hatte der Verein WohnSinnHaus, gekommen sind Musiker verschiedenster Art, Solisten, Instrumentalisten und Chöre. Alle hatten sich bereit erklärt, unentgeltlich aufzutreten um ihr Können dem Verein und letztlich dem Publikum anzudienen. Und auch dieses kam in großer Anzahl, etwa 600 Zuhörer:innen füllten die Kirchenbänke und erlebten zur Belohnung ein Konzert der Extraklasse.

Dabei erklang die Musik im besten Sinne antiphonal aus allen Richtungen. Von der Orgelbühne aus ließ Bernd Nagel ein barockes Fugenwerk erklingen; unmittelbar darauf schallte es gewaltig aus der Apsis, wo der Schüttorfer Musikverein Stellung bezogen hatte.

Vor der Kanzel ging es dann weiter, naturbedingt etwas leiser, aber dennoch in großer musikalischer Intensität mit den Chören Floze Harmony, MGV „Eintracht“, Evang. Chorgemeinschaft und dem Gospelchor Ohne. Und - als wäre dies nicht alles schon genug - erklang zudem das Akkordeon-Orchester Schüttorf im modernen Soundgewand nun wiederum von der Orgelempore aus.

Einen ganz eigenen Kontrapunkt setzte die Europameisterin im Poetry Slam, Theresa Sperling, mit einem beeindruckenden Wortbeitrag.

Und wahrlich nicht zuletzt zu nennen ist Chananja Schulz als solistische Sängerin, die mit ihrem faszinierend warmen Timbre das Publikum in ihren Bann zog! Hier gefühlvoll am Klavier begleitet von Roxine Engelbarts.

Ein großartiges Konzert, dass mit dem gemeinsamen Singen aller Beteiligten den emotionalen Zenit dieses wunderbaren Sonntagnachmittags erreichte. Der langanhaltende Beifall sprach für sich!

Der große Zuspruch des Publikums – nicht zuletzt auch in finanzieller Hinsicht – lässt hoffen, dass aus diesem musikalischen Gemeinschaftserlebnis bald auch ein ganz konkretes Zuhause für Menschen mit Behinderungen entstehen kann.

Hartmut Meyer

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